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Krankenhaus- und Pflegebetten, Rollstühle, Möbel und medizinische Geräte werden direkt in das Psychiatrische Kreiskrankenhaus geliefert. Bekleidung sowie Ausstattungen für Altersheime und Wohnungen bringen wir direkt in das Lager des Sozialamtes. Geldspenden verwenden wir, um dem Sozialamt beziehungsweise den Familien direkt vor Ort zu helfen. Viele hiesige Unternehmen unterstützen diese Hilfsaktion.

Und so funktioniert die Hilfe: Ein Besuch in der Kleiderkammer des Sozialamtes Lida zeigt, wie die Hilfe die Menschen erreicht. 

Tatjana Petu in der Kleiderkammer des Sozialamtes.Tatjana Petu in der Kleiderkammer des Sozialamtes.In den Regalen an den Wänden stapeln sich die Kleidungsstücke, sortiert nach Größe und Geschlecht, in der Mitte des knapp 60 Quadratmeter großen Raumes hängen Jacken, Mäntel und Anzüge auf Kleiderbügeln, in der Ecke steht ein Stuhl, daneben lehnt ein Spiegel an der Wand. „Wir sind wirklich froh über die Hilfe aus Deutschland“, sagt Tatjana Petu, die Leiterin des Lidaer Sozialamtes. Die Behörde ist zuständig für ein Gebiet mit mehr als 100 000 Einwohnern im Osten Weißrusslands. Wie viele Bedürftige es genau gibt, das kann die langjährige Chefin nicht sagen. „Tatsache ist, dass wir ohne die Lidahilfe diesen Raum nicht hätten und vielen Menschen nicht helfen können.“ Pro Jahr bringen die Helfer aus Grevesmühlen, die zum DRK Kreisverband Nordwestmecklenburg gehören, mehrere hundert Säcke und Kartons mit Kleidung nach Weißrussland. „Eine Lkw-Ladung reicht ungefähr für vier Monate“, beschreibt Tatjana Petu den Bedarf. „Danach starten wir einzelne Aktionen, um zum Beispiel Familien zu helfen, die in Not sind und rufen dann in Lida zum Spenden auf.“ Doch ohne die Lidahilfe, sagt sie, könnten sie kaum etwas ausrichten.

Wer bekommt die Hilfe? 

Vor dem Lager der Lidahilfe bei FSG im Degtower Weg in Grevesmühlen.Vor dem Lager der Lidahilfe bei FSG im Degtower Weg in Grevesmühlen.Laut Tatjana Petu erhält jeder Bewohner der Stadt eine Bescheinigung, dass er vom Sozialamt Hilfe bekommt, der weniger als 120 Dollar pro Monat zur Verfügung hat. Dafür kann er sich dann pro Jahr 15 Kleidungsstücke aus dem Sozialkaufhaus der Stadt holen. Laut der Leiterin des Sozialamtes würden viele Familien dieses Kontingent so regeln, dass zum Beispiel die Eltern auf ihre 15 Kleidungsstücke verzichten, damit sie mehr für die Kinder erhalten würden

Wie kommen die Sachen von Grevesmühlen nach Belarus? 

In Grevesmühlen werden die Kleiderspenden entweder im Container im Ärztehaus in der Klützer Straße abgegeben, oder sie landen direkt bei den Helfern beziehungsweise im Lager der Lidahilfe bei FSG im Degtower Weg. Dann werden alle Spenden gesichtet, jeder Kleidersack und jeder Karton wird geöffnet und neu verpackt. Zum einen, um abzusichern, dass die Qualität der Spenden ein bestimmtes Niveau nicht unterschreitet. Zum anderen müssen die Spenden gezählt werden. Anschließend werden die Spenden in Säcke und Kartons verpackt und auf Lastwagen verladen. Jeweils im Mai und im Oktober rollen die Transporte nach Lida. 

Was passiert in Lida mit den Spenden?

 Nach dem Abladen durch die Mitglieder der Lidahilfe werden die Spenden in einem separaten Raum verschlossen. Erst wenn der weißrussische Zoll die Papiere unterzeichnet, dürfen die Sachen verteilt werden. Der „Papierkrieg“ dauert in der Regel zwei Monate. Anschließend sortieren die Mitarbeiterinnen des Lidaer Sozialamtes die Sachen nach Größe und Geschlecht, dann beginnt die Verteilung.

Wer spendet die Sachen?

 Kleiderspenden für die Lidahilfe gibt es von Beginn an, also seit 1993Allerdings hat sich seitdem einiges verändert. Vor allem in den ersten Jahren kam es immer wieder vor, dass durchaus auch Müll in den Säcken landete. Inzwischen, das bestätigt auch das Lidaer Sozialamt, hat sich die Qualität deutlich verbessert. Auch der Anteil an Kindersachen, die dringend benötigt werden, hat deutlich zugenommen. Inzwischen sind es auch viele junge Familien, die ihre überschüssige Kleidung zur Lidahilfe bringen. Einziges Phänomen: Der Anteil der Frauensachen liegt bei rund 75 Prozent. Neben den Kleiderspenden bringen die Grevesmühlener Rollatoren und Rollstühle sowie Möbel für die Senioreneinrichtungen nach Weißrussland.

Wer wird noch beliefert? 

Das psychiatrische Kreiskrankenhaus in Lida ist seit einigen Jahren ein zuverlässiger Partner der Lidahilfe. Dort landen vor allem Pflegebetten, medizinisches Material und Möbel. Vor allem Krankenhaus- und Pflegebetten, die in Deutschland aussortiert werden, finden in Weißrussland reißenden Absatz.

Wer gehört zur Lidahilfe?

Ein Teil des harten Kerns der Lidahilfe: Maik Faasch (v. l.), Olly Kunert, Andrej Bondatschuk, Mike Bornschein, Michael Mock, Peter Koch, Ekkehard Giewald und Dirk Becker, das Foto macht Norbert Koch (nicht im Bild).Ein Teil des harten Kerns der Lidahilfe: Maik Faasch (v. l.), Olly Kunert, Andrej Bondatschuk, Mike Bornschein, Michael Mock, Peter Koch, Ekkehard Giewald und Dirk Becker, das Foto macht Norbert Koch (nicht im Bild).Die Initiative Lidahilfe gehört zum DRK Nordwestmecklenburg, der Kern ist eine Gruppe von etwa 15 Leuten um "Chef" Norbert Koch. Dazu kommen auf jeder Fahrt freiwillige Helfer, die entweder neugierig sind auf Belarus, einen Hilfstransport begleiten möchten oder ihre Hilfe spontan anbieten. 

Wer finanziert die Transporte?

Die Teilnehmer zahlen ihre Unkosten pro Fahrt selbst, das sind je nach Aufwand zwischen 150 und 200 Euro. Dazu kommen die Einnahmen aus den Veranstaltungen, wenn die Lidahilfe beim Stadtfest, dem Weihnachtsmarkt und anderen Festen in Grevesmühlen Schaschlik und Samagon fpr Spenden verteilt. Die Stadt Grevesmühlen unterstützt die Lidahilfe seit vielen Jahren, dazu kommen Sponsoren, die die Aktion am Leben erhalten. Jeder Transport kostet zwischen 7000 und 9000 Euro.